Ich durfte vergangene Woche bei der Konferenz des Rheinischen Radreviers sprechen. Eine Ehre und eine Chance, Erfahrungen aus Bayern zu teilen. Mein Thema war die Umsetzung komplexer Radinfrastruktur am Beispiel des Radschnellwegs München–Garching.
Ein Blick ins Rheinische Revier
Im Revier leben 2,4 Millionen Menschen. Bis 2040 entsteht ein Radwegenetz mit 450 Kilometern. Das ist Teil des Ausstiegs aus der Braunkohle. Die Städteregion Aachen sowie die Kreise Heinsberg, Düren und Euskirchen arbeiten gemeinsam daran.
Die Zielvorgaben sind klar: sicher, schnell, überörtlich, komfortabel.
Radschnellweg München–Garching
Als ADFC-Ansprechpartner für den Landkreis Freising begleite ich dieses Projekt seit Jahren. 23 Kilometer verbinden die Münchner Innenstadt mit dem Forschungszentrum Garching. Das zeigt, was gelingt, wenn Ebenen zusammenarbeiten.
Die wichtigsten Kennzahlen
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Fahrbahn 4 Meter breit, asphaltiert.
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Durchgängig Tempo 30 auf dem Rad möglich.
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Erste Abschnitte seit Mai 2024 in Betrieb.
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Fahrtzeit nach München gut eine Stunde.
Meine Kernbotschaft aus 25 Jahren Stadtrat
Radinfrastruktur gelingt nur mit den Menschen. Früh informieren, zuhören, anpassen. Bürgerbeteiligung ist kein Anhängsel, sondern Voraussetzung.
In den Pausen kam oft die Frage: Wie habt ihr das in Bayern geschafft? Meine Antwort war klar: Beharrlichkeit und viele kleine, machbare Schritte.
Beispiele aus Moosburg seit 2007
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Energiewende-Resolution als Startsignal.
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Erste Fahrradzone im Landkreis Freising.
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Ausbau der MVV-Buslinie 687.
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Quartiersenergiekonzepte mit Vorbildcharakter.
Wir müssen nicht sofort 450 Kilometer planen. Wir starten heute. Mit der nächsten Fahrradstraße. Mit einer sicheren Schulwegverbindung. Mit einem funktionierenden Mobilitätshub.
Moosburgs Potenzial
4.755 Auspendler täglich sind eine Aufgabe. Lösungen liegen bereit. Wir setzen sie um und sparen Zeit, Geld und Emissionen. Das Interesse an unseren Ansätzen war groß. Verkehrsplaner aus Nordrhein-Westfalen diskutierten bayerische Fahrradstraßen und Energiekonzepte.
Blick nach vorn
Die zwei Konferenztage haben neue Ideen gebracht. Das Rheinische Revier zeigt, was politischer Wille möglich macht. Moosburg ist auf Kurs, darf aber mutiger werden. Die Mobilitätswende wartet nicht. Wir gestalten sie.
Zum Schluss ein Moment, der motiviert
Nach dem Vortrag sagte eine Planerin aus Düren: Herr Stanglmaier, dürfen wir Moosburg besuchen. Wir möchten sehen, wie kommunale Energiewende praktisch funktioniert. Solche Reaktionen zeigen mir, wie viel in Moosburg steckt. Wir sind Vorbild. Und wir haben noch Reserven.
